I make you feel better

Ausflug

Liebe Tagebuch-Leser,

Ein paar Neuigkeiten aus meinem Leben hier im Süden (relativ gesehen):

Dieletzte Uni-Woche war zimlich anstrengend, da ich ja wie erwähnt immer von A nach B laufen muss, da meine Politikkurse im Campus Sur stattfinden, der von meinem Haus ca. 25 min zu Fuß (zügig!) entfernt ist. Der Übersetzungs- und Spanischkurs finden aber zum Glück am nahe gelegenen Campus Norte statt. Wie dem auch sei, ich muss viel lesen, zumal ja alles mind. 3 Mal so lange dauert, wie wenn ich deutsche Texte konsultiere.

 

Letzten Samstag bin ich jedenfalls mit der lieben Sonja (das Mädel aus Österreich) per Zug nach Vigo gefahren.

Vigo ist die größte Stadt Galiciens mit ca. 300 000 Einwohnern und - ihr werdet ob der Größe vielleicht lachen - aber Hafenstädte wirken wirklich riesig! Bestimmt doppelt so groß wie Bonn vom Raum her, obwohl die Einwohnerzahl in Bonn höher ist! Man fährt mit dem Zug ca. 1 1/2 - 2 Stunden dorthin, (bei den Links links am Bildschirm findet ihr ja eine Karte, da müsste Vigo auch zu sehen sein) es liegt direkt am Meer und ist für den Fischfang ein Dreh- und Angelpunkt hier.

Die Sonja und ich wollten uns zuerst gerne den Fischereihafen anschauen, doch stellten wir mit Entsetzen fest, dass die ganzen Hafenanlagen so was von hässlich waren, das kann an sich kaum vorstellen!!! Furchtbar! War anscheinend nicht zum angucken gedacht, sondern bloß Industrie, d.h. rechts am Meer riesige verrostete Schiffe und links riesige Kühl- und Lagerhallen und zwischendrin immer irgendwelche Abriss-Baustellen. Also so was Schlimmes hab ich lange nicht gesehen. Dazu kam, dass  wie uns fühlten wie in den Slums von Vigo. Kaum ein Mensch auf der Strasse und wenn dann irgendwelche komisch aussehende heruntergekommenen Männer…

 
Nach einer Weile überlegten wir uns, dass wir vielleicht mal jemanden nach dem Weg, bzw. dem „richtigen“ Hafen fragen sollten. Die nächsten die uns begegneten waren ein paar obskure Spanier, die anscheinend grade am Sport machen waren schwitzten wie die Sau. Einer von ihnen nahm dann meinen Stadtplan zur Hand um ihn auf einer Autohaube auszubreiten und uns den Weg zu zeigen und von seiner Stirn tropfte als der Schweiß…zum Glück immer nur auf seine eigenen Arme! Er bot uns dann auch gleich an doch mit ihm und den anderen zu kommen, falls wir jetzt in Richtung Stadt wollten…Ha, wunderbar. Wir gruselten uns ein wenig.

 
Nachdem wir also realisiert hatten, dass wir am Fischereihafen schon lange vorbei waren, warteten wir ab bis die Männer weitergegangen waren und machten uns auf in die Altstadt. Je weiter wir uns vom Hafen entfernten, desto schöner wurde es, Leben kehrte in die Strassen zurück und wir gelangten schließlich auf dem Gipfel von Vigo in einem wunderschönen Park an, in dem sich ein ehemaliges „Castillo“ befindet, also alte Burgmauern und so.

Man konnte von dort oben ganz Vigo überblicken, in drei Richtungen Meer und (schönen!) Hafen und bloß in eine Richtung kein Wasser, sondern Stadt. Dort war es wirklich traumhaft, superwarm (kurzer Rock und FlipFlop-Wetter), blauer Himmel und ganz ruhig…nicht mal Autolärm. Eine herrliche Idylle, wir hielten uns dort recht lange auf, bis wir dann – nach einem unvermeidlichen, kurzen Shopping-Ausflug  - in ein Restaurant einkehrten um uns zu stärken… Kaputt, aber sehr zufrieden erreichten wir am Abend SantiagoJ

 
Am Sonntag habe ich die meiste Zeit zu Hause verbracht, was mal sehr angenehm war..tja und seid gestern schlage ich mich wieder mit der Uni herum. Aber es geht, ist nicht so schlimm, wie ich es vielleicht manches Mal schildere….

P.S. Ich meine bereits erwähnt zu haben, dass letzten Donnerstag Feiertag war, wegen der Entdeckung Amerikas, gell? Jedenfalls haben wir uns des Nächtens natürlich unters Volk gemischt und ich sage Euch, SO VIELE Menschen, bzw. Jugendliche habe ich noch nie abends auf der Strasse gesehen! Ich glaube ganz Santiago war unterwegs! WOW, einerseits ist das toll, nachts um vier noch haufenweise jungen, gutgelaunten Leuten zu begegnen –

andererseits sehen die Strassen dementsprechend aus: Müll überall, Betrunkene auch überall und v.a. machen sich einige Spanier keinen Hehl daraus an jeder beliebigen Stelle in der schönen Altstadt eine Stange Wasser zu lassen…dementsprechend sehen die Strassen dann auch aus! Naja, eine wirklich neue Erfahrung, also ungefähr so viel Leute, als wenn vor einer Stunde ein Eishockeyspiel oder ein Konzert vorbei gewesen ist und sich nun alles verteilt. Ouf!

 

Hasta luego*

 

 

 

 

18.10.06 20:46
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


katrin (28.10.06 07:26)
Hey Hannah,

jetzt wo endlich mein Semester vorüber ist (nur noch die Exams warten :-( ), habe ich endlich mal die Zeit genutzt und deinen ganzen Blog gelesen. Hört sich ja alles echt super an, also sowohl, dass du dich gut eingelebt hast, als auch, dass Galizien einfach eine wirklich schöne Gegend ist! Hoffe es klappt einigermaßen mit dem Spanisch, halt dich einfach von allen Deutschen fern :-) Ok, ich gebs ja zu, ich kenne hier auch kaum Australier, und verbringe meine Freizeit nur mit Deutschen!

Einen ganz lieben Gruß aus dem Land der Kängurus und Koalas - wünsch dir ne schöne Zeit,

Katrin

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