I make you feel better

Sinntflutartige Regenfälle:

Da meine liebe Mama mich am Samstag, den 30. Sep. besuchen kam (sie ist noch hier) und meine Uni in folgenden Wochen (sprich heute) beginnen sollte, dachte ich mir dass es das Beste wäre gleich für die ersten 2 Tage ein Auto zu mieten, um sich die Umgebung von Santiago anschauen zu können. Gesagt – getan.

Der erste Tag mit dem Auto (Sonntag) war einfach nur wundervoll…wir fuhren zuerst Richtung A Coruña (siehe Karte!), eine größere Stadt als Santiago, die direkt am Meer liegt. ( Zum Vergleich: Santiago: ca. 90 000 t Einwohner, A Coruña ca. 240 000t) Da Spanien hier im Norden überall an den Atlantik grenzt, war das „Meerpanorama“ unglaublich schön, ich glaube ich habe noch nie so wildes Wasser mit solche hohen Wellen gesehen! Es war warm, sprich kurze-Hosen, bzw. Rock-Wetter und dazu dann dieses Meeresrauschen – ach ja, geht es uns gut. Nach dem wir den „Torre del Hercules“, den Leuchtturm von A Coruña besichtigt hatten und ein wenig durch die Stadt gebummelt waren genehmigten wir uns in einem kleinen Restaurant Leckerbissen aus der traditionellen span. (Fisch-) Küche. Muscheln und so, lecker!

Weiter fuhren wir am Meer entlang in die nächst größere Stadt – Ferrol – in der wir aber auf Grund ihres wenig beeindruckenden Panoramas nicht Halt machten, sondern einfach durchfuhren, um DANN schließlich an die absoluten Hammer-Strände zu stoßen.

Meiner Meinung nach hatten sie ein bisschen karibisches Flair ( auch wenn ich noch nie in der Karibik war, aber laut Bildern aus dem TUI-KatalogJ müsste sie so aussehen), jedenfalls: die Strände völlig unberührt, nahezu jungfräulich, meterlang und breit, im Meer ein Stück vom Strand entfernt Felsen, an denen sich die Wellen brachen und riesige weiß-schäumende Fontänen hinterließen….also wirklich fantastisch! Die Straße, die sich etwas höher gelegen um die Küsten herumschlängelte war verlief durch saftig-grüne Eukalyptusbäume. Auch sie habe ich glaub’ ich noch nie gesehen und sie erinnerten mich ein bisschen an Urwald oder Tropenwälder. Ganz andere Vegetation als in Deutschland halt und auch sehr, sehr schön.

Abends kamen wir glücklich und erschöpft in Santiago an, gönnten uns den Rest unserer angebrochenen Sektflasche und gingen zufrieden ins Bett.

Am Montag sah das ganze schon anders aus. Nach einem gemütlichen Frühstück im warmen trockenen Haus begaben wir uns auf eine wahre Abenteuer-Höllen-Tour, wie wir später erfahren sollten. Es regnete. Okay, das kann vorkommen werdet ihr sagen, aber ich sage euch jetzt: NICHT SO! Diesmal ging unsere Reise gen Süden, d.h. Südwesten, in Richtung eines Ortes Namens „Finisterre“ (zu dt. DAS ENDE DER WELT)und es war nicht nur das Ende der Welt, sonder der Untergang glich dazu. So jedenfalls fühlte es sich an. Die nächst größere Stadt Noia war von alldem noch nicht viel zu merken. Es war eine kleine Stadt, ebenfalls am Meer gelegen, es tröpfelte, doch wir versüssten uns das ungemütliche Wetter mit heißem Tee und Muffins in einer Bar. Da der Ort aber weiter nicht viel zu bieten hatte fuhren wir weiter gen Ende der Welt.

Der Weg dorthin erwies sich von Kilometer zu Kilometer schwieriger, denn die Straßen gehen hier NUR hoch und runter und bestehen im Prinzip NUR aus Kurven…der Hinweg war insofern noch in Ordnung, als dass man noch fahren konnte, wenn auch mit viel Aqua-Planing, aber es ging. Also Pfützen auf den Strassen, bei denen man mit entgegen kommenden Autos überhaupt nichts mehr sah. So wie wenn man während des Waschvorgangs in der Waschanlage im Auto sitzen bleibt. Angekommen in Finisterre schlugen wir uns (per Auto) bis zum allerletzten Punkt – dem Leuchtturm von F. – durch, sahen aber im Endeffekt nichts davon, weil es so sehr stürmte, regnete und wolkenverhangen war, dass man ohnehin nichts erkennen konnte. Nach einem Photo aus der Ferne in strömendem regen hasteten wir durchnässt ins Auto zurück.

Nächster Plan: zurück nach Santiago, möglichst schnell, um dort eine leckeres Abendessen einzunehmen, nachdem wir den ganzen Tag nichts richtiges zu uns genommen hatten.

Der Rückweg gelang nicht wie vorgestellt. Aus dem Aqua-Planing auf den Strassen waren mittlerweile reißenden (kein Sch…!) Sturzbäche geworden, die von den Bergen sehr großen Felsbrocken und Holzstücke anschwemmten, so dass man sie kaum umfahren konnten. Ehrlich, ich sag euch, so was habe ich noch nie gesehen!

Innerhalb von eine Stunde oder weniger war plötzlich alles überschwemt, mit pechschwarzem Wasser, da mit dem Regen von den Bergen die ganze Asche der letzten Waldbrände runtergeschwemmt wurde. Irgendwann kamen wir an eine Stelle, an der wirklich nichts mehr ging. Keine Auto konnte mehr fahren, die geparkten Autos standen bis über die Hälfte des Reifens im Wasser, die Strasse glich einem Wildwasserfluss voller Steine…

So beschlossen wir kurzerhand uns in einer Pension niederzulassen – vorerst und dem Spektakel zuzuschauen. Alles war in heller Aufregung, doch die Spanier verloren zum Glück ihren Humor nicht, was mich sichtlich beruhigte. Wir hatte bereits damit gerechnet die Nacht in diesem kleinen Kaff, ca. 100 km von Santiago erntfernt zu verbringen.

Das Ende vom Lied war dass der Regen sich eine wenig beruhigte und die Strassen einigermassen befahrbar wurden. Durch die restlichen überfluteten Strassen hindurch kamen wir erschöpft und glücklich und völlig ausgehungert in Santiago an.

Gracias a dios! (Gott sei Dank!)

3.10.06 21:34
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mell (3.10.06 22:29)
Hi hier zwei Süßen,
ich erinnere die südlichen Überschwemmungen noch gut aus meinem Frankreichurlaub. Gut, dass ihr alles heil überstanden habt. ...Euer kleines spontanes Abenteur.... Wünsche Euch noch eine wunderschöne Zeit zusammen.
Liebe Grüße aus Bremen


Katharina (8.10.06 23:34)
Liebe Hannah,

nach unserem Skype-"Gespräch" kam mir eben die Idee, dass ich Dich ja vielleicht dieses Wochenende besuchen könnte, schließlich ist ja am Donnerstag in Spanien Feiertag und am Freitag wohl ein Brückentag.
Ist alles zwar ein wenig spontan, aber was würdest Du denn davon halten??
Ich fänds super

Ganz viele liebe Grüße,

Katharina


Laura (12.10.06 14:26)
Ups, jetzt habe ich es tatsächlich hingekriegt, dir einen Kommentar zu schreiben, aber leider in der Nachricht vor dieser hier...kannst ja mal nachschauen...
Ich habe dich sehr lieb,
Herzlichst grüßt dich, Laura

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