I make you feel better

Ausflug

Liebe Tagebuch-Leser,

Ein paar Neuigkeiten aus meinem Leben hier im Süden (relativ gesehen):

Dieletzte Uni-Woche war zimlich anstrengend, da ich ja wie erwähnt immer von A nach B laufen muss, da meine Politikkurse im Campus Sur stattfinden, der von meinem Haus ca. 25 min zu Fuß (zügig!) entfernt ist. Der Übersetzungs- und Spanischkurs finden aber zum Glück am nahe gelegenen Campus Norte statt. Wie dem auch sei, ich muss viel lesen, zumal ja alles mind. 3 Mal so lange dauert, wie wenn ich deutsche Texte konsultiere.

 

Letzten Samstag bin ich jedenfalls mit der lieben Sonja (das Mädel aus Österreich) per Zug nach Vigo gefahren.

Vigo ist die größte Stadt Galiciens mit ca. 300 000 Einwohnern und - ihr werdet ob der Größe vielleicht lachen - aber Hafenstädte wirken wirklich riesig! Bestimmt doppelt so groß wie Bonn vom Raum her, obwohl die Einwohnerzahl in Bonn höher ist! Man fährt mit dem Zug ca. 1 1/2 - 2 Stunden dorthin, (bei den Links links am Bildschirm findet ihr ja eine Karte, da müsste Vigo auch zu sehen sein) es liegt direkt am Meer und ist für den Fischfang ein Dreh- und Angelpunkt hier.

Die Sonja und ich wollten uns zuerst gerne den Fischereihafen anschauen, doch stellten wir mit Entsetzen fest, dass die ganzen Hafenanlagen so was von hässlich waren, das kann an sich kaum vorstellen!!! Furchtbar! War anscheinend nicht zum angucken gedacht, sondern bloß Industrie, d.h. rechts am Meer riesige verrostete Schiffe und links riesige Kühl- und Lagerhallen und zwischendrin immer irgendwelche Abriss-Baustellen. Also so was Schlimmes hab ich lange nicht gesehen. Dazu kam, dass  wie uns fühlten wie in den Slums von Vigo. Kaum ein Mensch auf der Strasse und wenn dann irgendwelche komisch aussehende heruntergekommenen Männer…

 
Nach einer Weile überlegten wir uns, dass wir vielleicht mal jemanden nach dem Weg, bzw. dem „richtigen“ Hafen fragen sollten. Die nächsten die uns begegneten waren ein paar obskure Spanier, die anscheinend grade am Sport machen waren schwitzten wie die Sau. Einer von ihnen nahm dann meinen Stadtplan zur Hand um ihn auf einer Autohaube auszubreiten und uns den Weg zu zeigen und von seiner Stirn tropfte als der Schweiß…zum Glück immer nur auf seine eigenen Arme! Er bot uns dann auch gleich an doch mit ihm und den anderen zu kommen, falls wir jetzt in Richtung Stadt wollten…Ha, wunderbar. Wir gruselten uns ein wenig.

 
Nachdem wir also realisiert hatten, dass wir am Fischereihafen schon lange vorbei waren, warteten wir ab bis die Männer weitergegangen waren und machten uns auf in die Altstadt. Je weiter wir uns vom Hafen entfernten, desto schöner wurde es, Leben kehrte in die Strassen zurück und wir gelangten schließlich auf dem Gipfel von Vigo in einem wunderschönen Park an, in dem sich ein ehemaliges „Castillo“ befindet, also alte Burgmauern und so.

Man konnte von dort oben ganz Vigo überblicken, in drei Richtungen Meer und (schönen!) Hafen und bloß in eine Richtung kein Wasser, sondern Stadt. Dort war es wirklich traumhaft, superwarm (kurzer Rock und FlipFlop-Wetter), blauer Himmel und ganz ruhig…nicht mal Autolärm. Eine herrliche Idylle, wir hielten uns dort recht lange auf, bis wir dann – nach einem unvermeidlichen, kurzen Shopping-Ausflug  - in ein Restaurant einkehrten um uns zu stärken… Kaputt, aber sehr zufrieden erreichten wir am Abend SantiagoJ

 
Am Sonntag habe ich die meiste Zeit zu Hause verbracht, was mal sehr angenehm war..tja und seid gestern schlage ich mich wieder mit der Uni herum. Aber es geht, ist nicht so schlimm, wie ich es vielleicht manches Mal schildere….

P.S. Ich meine bereits erwähnt zu haben, dass letzten Donnerstag Feiertag war, wegen der Entdeckung Amerikas, gell? Jedenfalls haben wir uns des Nächtens natürlich unters Volk gemischt und ich sage Euch, SO VIELE Menschen, bzw. Jugendliche habe ich noch nie abends auf der Strasse gesehen! Ich glaube ganz Santiago war unterwegs! WOW, einerseits ist das toll, nachts um vier noch haufenweise jungen, gutgelaunten Leuten zu begegnen –

andererseits sehen die Strassen dementsprechend aus: Müll überall, Betrunkene auch überall und v.a. machen sich einige Spanier keinen Hehl daraus an jeder beliebigen Stelle in der schönen Altstadt eine Stange Wasser zu lassen…dementsprechend sehen die Strassen dann auch aus! Naja, eine wirklich neue Erfahrung, also ungefähr so viel Leute, als wenn vor einer Stunde ein Eishockeyspiel oder ein Konzert vorbei gewesen ist und sich nun alles verteilt. Ouf!

 

Hasta luego*

 

 

 

 

18.10.06 20:46


¡Ouf!

 

Die ersten anderthalb Wochen der Uni habe ich nun hinter mich gebracht und kann wirklich nicht behaupten, dass es Zuckerschlecken ist! Liegt aber vermutlich an meinem momentanen Versteh-Vermögen, was leider noch nicht für alle Vokabeln ausreicht! Ich bin von daher zurzeit eigentlich nur am rum rödeln und rum rennen, zumal ich von meinem Haus aus bis zur politischen Fakultät um die 25 min zu Fuß brauche – wenn ich zügig gehe!

Aber immerhin wird man in der Unicafeteria bedient – ja wo gibt’s denn so was?! Ich war zutiefst beeindruckt…vollkommener Service – gut es ist nicht so billig wie in der Bonner Mensa, aber das erklärt sich durch den Charakter einer Cafeteria, verglichen mir einem Massenabfertigungs-Essenssaal. (hört sich jetzt schlimm an, entschuldigt, auch ich besuche die Bonner Mensa hin und wieder)

 

Ansonsten gibt es eigentlich nicht viel Neues…am Samstag habe ich die Mama zurück zum Flughafen gebracht, anschließend irrte ich noch eine Weile traurig, aufgekratzt und einsam im Flughafengebäude umher bis ein Bus mich zurück nach Santiago brachte. Dort angekommen ging es mir gleich besser, das Wetter gab allen Anlass dazu und ich machte mich fertig für einen gemütlich Abend im Internet-Café, um mir wie so häufig ein Stückchen Heimat hierher zu holen…

 

Durch die letzten Tage mit der Mama hier habe ich Santiago noch mal um einiges mehr lieben gelernt als vorher. D.h. lieben ist übertrieben, sagen wir „wertschätzen“.

Es hat einfach so unglaublich schöne Ecken und Plätze, Kirchen und religiöse Symbole, verzierte Wände, Tore und Türen, einen absolut lieblichen etwas versteckten Park hinter dem galicischen Heimatmuseum, abends im Regen ein mittelalterliches Flair auf Grund der Beleuchtung, welche die Nebel- und Regenschwaden dunkelgelb anstrahlt und den Kirchturmdächern etwas Geheimnisvolles verleiht….

…ich übertreibe nicht, es ist wirklich so. Der viele Regen steht überall in der Luft, selbst wenn es grade nicht regnet und das sieht beeindruckend aus, wenn die Lampen diese Wassertropfen anstrahlen.

 

Auch heute (Donnerstag, der 12. Okt.) ist ein wundeschöner Tag in Santiago.

Ich glaube ich bin selten so zufrieden aufgewacht wie an diesem Morgen, d.h. eher Mittag.

Da heute Feiertag ist in Santiago (Columbus entdeckte an diesem Tag Amerika – ich frage mich noch immer, wieso die SPANIER das feiern, ich glaube eher so nach dem Motto: Hauptsache eine Fest!), bin ich gestern Abend mit ein paar Mädels feiern gegangen und wir hatten einen wirklich schönen Abend in einer der Altstadtdiskotheken…bis dann um halb vier plötzlich das Licht an und die Musik ausging!!! Normalerweise verlagert sich dann das Nachtleben in die Neustadt-Clubs, uns reicht 4 Uhr in der Frühe aber aus, um befriedigt unsere Heimweg anzutreten….

 

Als ich dann gegen halb eins (mittags) aufwachte strahlte die Sonne in mein Zimmer und wärmte bereits alles schön auf…wenn das nicht ein toller Morgengruß ist, und so stieg ich glücklich aus meinem Bettchen um mich dann auf ins Internetcafé zu machen und hier auf der „Sonnenterasse“ selbige zu tanken! Man könnte hier im Bikini sitzen, ohne Flaks, so heiß ists!!!!

 

Was mir an heutigem Feiertag auffällt ist dass man auf der Strasse wirklich merkt, dass Feiertag ist. Und zwar nicht daran, dass die Geschäfte geschlossen haben, sondern einfach an der ganzen Stimmung….ich glaube hier wird mit Feiertagen anders umgegangen als in Deutschland….alles wirkt ruhiger und viel entspannter als sonst…die Leute schlendern durch die Stadt, niemand redet und gestikuliert hektisch…sehr angenehm. Ich glaube ich muss mich demnächst mal nach drinnen verlagern, ansonsten hole ich mir hier einen Sonnenstich!

 

Ich grüsse Euch alle,

H.

P.S. Heute Abends gibt’s  - anlässlich unseres wöchentlichen Abendessens an Donnerstagen - von der Uli (aus Österreich) endlich die Zwetschgenknödel auf die ich mich seit 4 Wochen freue!!!)

12.10.06 17:41


Sinntflutartige Regenfälle:

Da meine liebe Mama mich am Samstag, den 30. Sep. besuchen kam (sie ist noch hier) und meine Uni in folgenden Wochen (sprich heute) beginnen sollte, dachte ich mir dass es das Beste wäre gleich für die ersten 2 Tage ein Auto zu mieten, um sich die Umgebung von Santiago anschauen zu können. Gesagt – getan.

Der erste Tag mit dem Auto (Sonntag) war einfach nur wundervoll…wir fuhren zuerst Richtung A Coruña (siehe Karte!), eine größere Stadt als Santiago, die direkt am Meer liegt. ( Zum Vergleich: Santiago: ca. 90 000 t Einwohner, A Coruña ca. 240 000t) Da Spanien hier im Norden überall an den Atlantik grenzt, war das „Meerpanorama“ unglaublich schön, ich glaube ich habe noch nie so wildes Wasser mit solche hohen Wellen gesehen! Es war warm, sprich kurze-Hosen, bzw. Rock-Wetter und dazu dann dieses Meeresrauschen – ach ja, geht es uns gut. Nach dem wir den „Torre del Hercules“, den Leuchtturm von A Coruña besichtigt hatten und ein wenig durch die Stadt gebummelt waren genehmigten wir uns in einem kleinen Restaurant Leckerbissen aus der traditionellen span. (Fisch-) Küche. Muscheln und so, lecker!

Weiter fuhren wir am Meer entlang in die nächst größere Stadt – Ferrol – in der wir aber auf Grund ihres wenig beeindruckenden Panoramas nicht Halt machten, sondern einfach durchfuhren, um DANN schließlich an die absoluten Hammer-Strände zu stoßen.

Meiner Meinung nach hatten sie ein bisschen karibisches Flair ( auch wenn ich noch nie in der Karibik war, aber laut Bildern aus dem TUI-KatalogJ müsste sie so aussehen), jedenfalls: die Strände völlig unberührt, nahezu jungfräulich, meterlang und breit, im Meer ein Stück vom Strand entfernt Felsen, an denen sich die Wellen brachen und riesige weiß-schäumende Fontänen hinterließen….also wirklich fantastisch! Die Straße, die sich etwas höher gelegen um die Küsten herumschlängelte war verlief durch saftig-grüne Eukalyptusbäume. Auch sie habe ich glaub’ ich noch nie gesehen und sie erinnerten mich ein bisschen an Urwald oder Tropenwälder. Ganz andere Vegetation als in Deutschland halt und auch sehr, sehr schön.

Abends kamen wir glücklich und erschöpft in Santiago an, gönnten uns den Rest unserer angebrochenen Sektflasche und gingen zufrieden ins Bett.

Am Montag sah das ganze schon anders aus. Nach einem gemütlichen Frühstück im warmen trockenen Haus begaben wir uns auf eine wahre Abenteuer-Höllen-Tour, wie wir später erfahren sollten. Es regnete. Okay, das kann vorkommen werdet ihr sagen, aber ich sage euch jetzt: NICHT SO! Diesmal ging unsere Reise gen Süden, d.h. Südwesten, in Richtung eines Ortes Namens „Finisterre“ (zu dt. DAS ENDE DER WELT)und es war nicht nur das Ende der Welt, sonder der Untergang glich dazu. So jedenfalls fühlte es sich an. Die nächst größere Stadt Noia war von alldem noch nicht viel zu merken. Es war eine kleine Stadt, ebenfalls am Meer gelegen, es tröpfelte, doch wir versüssten uns das ungemütliche Wetter mit heißem Tee und Muffins in einer Bar. Da der Ort aber weiter nicht viel zu bieten hatte fuhren wir weiter gen Ende der Welt.

Der Weg dorthin erwies sich von Kilometer zu Kilometer schwieriger, denn die Straßen gehen hier NUR hoch und runter und bestehen im Prinzip NUR aus Kurven…der Hinweg war insofern noch in Ordnung, als dass man noch fahren konnte, wenn auch mit viel Aqua-Planing, aber es ging. Also Pfützen auf den Strassen, bei denen man mit entgegen kommenden Autos überhaupt nichts mehr sah. So wie wenn man während des Waschvorgangs in der Waschanlage im Auto sitzen bleibt. Angekommen in Finisterre schlugen wir uns (per Auto) bis zum allerletzten Punkt – dem Leuchtturm von F. – durch, sahen aber im Endeffekt nichts davon, weil es so sehr stürmte, regnete und wolkenverhangen war, dass man ohnehin nichts erkennen konnte. Nach einem Photo aus der Ferne in strömendem regen hasteten wir durchnässt ins Auto zurück.

Nächster Plan: zurück nach Santiago, möglichst schnell, um dort eine leckeres Abendessen einzunehmen, nachdem wir den ganzen Tag nichts richtiges zu uns genommen hatten.

Der Rückweg gelang nicht wie vorgestellt. Aus dem Aqua-Planing auf den Strassen waren mittlerweile reißenden (kein Sch…!) Sturzbäche geworden, die von den Bergen sehr großen Felsbrocken und Holzstücke anschwemmten, so dass man sie kaum umfahren konnten. Ehrlich, ich sag euch, so was habe ich noch nie gesehen!

Innerhalb von eine Stunde oder weniger war plötzlich alles überschwemt, mit pechschwarzem Wasser, da mit dem Regen von den Bergen die ganze Asche der letzten Waldbrände runtergeschwemmt wurde. Irgendwann kamen wir an eine Stelle, an der wirklich nichts mehr ging. Keine Auto konnte mehr fahren, die geparkten Autos standen bis über die Hälfte des Reifens im Wasser, die Strasse glich einem Wildwasserfluss voller Steine…

So beschlossen wir kurzerhand uns in einer Pension niederzulassen – vorerst und dem Spektakel zuzuschauen. Alles war in heller Aufregung, doch die Spanier verloren zum Glück ihren Humor nicht, was mich sichtlich beruhigte. Wir hatte bereits damit gerechnet die Nacht in diesem kleinen Kaff, ca. 100 km von Santiago erntfernt zu verbringen.

Das Ende vom Lied war dass der Regen sich eine wenig beruhigte und die Strassen einigermassen befahrbar wurden. Durch die restlichen überfluteten Strassen hindurch kamen wir erschöpft und glücklich und völlig ausgehungert in Santiago an.

Gracias a dios! (Gott sei Dank!)

3.10.06 21:34


Umzug in ein Eigenes Heim

 

Buenas días an die fleißigen Tagebuch-Leser, die mein Leben hier verfolgen.

Ich habe nun endlich meine eigene „habitación“ und ich muss sagen das tut wirklich guuuuut! Ahja – seit Samstag befinde ich mich hier am anderen Ende von Santiago (aus Datenschutzgründen möchte ich die Strasse nicht nennen- schließlich kann jeder auf mein Blog Zugriff haben) in einem sehr gemütlichen Zimmer mit 2  - so scheint es mir bis jetzt – superlieben Mädels als Mitbeworhnerinnen.

Am Samstagmorgen bin ich von Annes Haus mit Sack und Pack (was sich in zwei Wochen so alles ansammeln kann ist erstaunlich!!!) hierher gefahren in ihrem Auto, d.h. sie fuhr mich, räumte in strömendem  Regen - hier eine kurze Randbemerkung: wenn ich sage strömenden, dann meine ich WIKRLICH strömenden Regen, d.h. Sturzbäche von Regen, so wie sie in Dtld. ab und zu, vielleicht höchstens bei Gewitter mal vorkommen – meine Sachen ins Haus und eine halbe Stunde später kam auch schon Nicola (aus Schottland) an. Begleitet wurde sie von 2 sehr netten Spaniern (ein Mann, eine Frau, beide so um die Ende 30) mit denen wir dann alle zusammen (inkl. Anne) ein richtig Spanisches Mittagessen einnahmen. Ich fand diese spontane Aktion sehr sympathisch, denn wir hatten uns ja grade erst kennen gelernt, doch die Leute waren so offen und kontaktfreudig, das war wirklich herrlich.

Eine Beschreibung unseres Mittagessens ist des Platzes wert an dieser Stelle: Zuerst eine Pfanne „Pulpo“ ( das sind hier nur die Tintenfischarme, genauer nur Teile von den Armen, mit relativ großen Saugnäpfen dran), eine Platte mit „chipirones con patatas“ (das sind ganze Tintenfische,  kleine Körper, mit winzigen Ärmchen dran, schmecken köstlich und dazu Pommes), eine Platte voll „pimientos“ (mit einer Fischmasse gefüllte rote Paprikaschoten), eine Pfanne voll „Chorizo“ (die typische, leicht scharfe span. Wurst), dann eine Platte mit Rindfleisch mit Pommes (wie eine Art Rumsteak, habe den Namen vergessen), die georderten Kroketten hat di e Bedienung zum Glück vergessen (sie werden hier übrigens nicht mit Kartoffelpüree gefüllt, sondern mit Bechamelsoße)  und dann gab es Nachtische: Tiramisu mit Kastanien/Maronen. Oder einfach nur Kastanien  mit Schokosoße und Sahne. In diesem Lokal gab es irgendwie jeden Nachtisch mit Kastanien, scheint man hier häufiger zu Essen als bei uns. Die Spanier essen vielleicht viel Fett – meine Güte! Daran muss ich mich gewöhnen, sie verwenden zwar nur Olivenöl, aber davon nicht zu wenig! Ich war jedenfalls pappsatt nach diesem Mahl und nach einem anschließenden Kaffee machten wir uns auf den Weg zurück in unsere Wohnung.

 

 

Wanderung abgesagt

 
Am Sonntag wollte ich mit der Nicola wandern gehen. Die Luisa (die Spanierin) hatte mir ein Programm zugeschickt von einem Verein oder Organisation die hin und wieder Wanderungen organisieren und man kann einfach mitgehen oder halt nicht. Für Sonntag war eine schönen Tour vorbereitet: 18 km nur durch die Gärten von Santiago, was mir sehr interessant erschien. Das Ende vom Lied war dass wir auf Grund des noch immer, bzw. schon wieder strömenden Regens schon bei der Ankunft am Treffpunkt durchgeweichte Schuhe hatte und dann entschieden  es vielleicht doch lieber zu lassen. Solltet ihr mich also besuchen:  Wetterfeste, bequeme Schuhe sind das A und O hier!!! Schick ist egal. Man macht eh alles zu Fuß. Auch ich habe hier (fast) nie hohe Schuhe an, obwohl ich damit in Dtld. sehr gerne rumlaufe.

Naja, letzten Endes nutzten wir den Sonntag um unsere Wohnung ein wenig auf Fordermann zu bringen.

 
Gestern (Montag, 25.09.) kam dann auch unsere dritte Mitbewohnerin an, die Cris(tina) aus Salamanca. Sie studiert hier Musik weiter (hat in Salamanca wohl schon 3 Jahre hinter sich) ,spielt „ contrabajo“  und ich finde es total toll mit einer Musikerin im gleiche Haus zu wohnen, die zudem auch noch aus Spanien kommt. Ihr kennt ja meinen Hang zur Musik. ..

Es hätte also besser nicht komme können….

Eine paar meine deutschen Freundinnen/Guten Bekannten (also Leute aus Santiago) kamen gestern Abend zu mir zu Besuch - schönes Beisammensitzen mit Wein und netter Musik und später kamen noch die 2 Mädels (auch Deutsche), die im gleiche Haus in der ersten Etage wohnen hoch, im Endeffekt waren wir dann 8 Mädels hier !!!! Richtig schön, passiert mir in Dtld. selten.

Tja, mal sehen was der Tag heute so bringt. Ich muss den Vertrag für die Wohnung unterschreiben und ich auf meine kleinen „examenes“ in der Filoloxía  (Mittwoch und Donnrstag) vorbereiten.  

 

Einen schönen Tag für Euch alle***

H.

26.9.06 22:32


„El ciclón“ (wörtlich: Wirbelsturm, Zyklon)

Ja meine Lieben – es gab ihn wirklich. Bereits gestern und vorgestern in allen Nachrichten angekündigt, dass er am heutigen (21.) Donnerstag Galicien erreichen werde, wachte ich mitten in der Nacht von tierischem Lärm und Fensterklappern auf. D.h. mitten in der Nacht heißt ca. viertel vor sieben, aber hier in Santiago ists dann wirklich noch wie mitten in der Nacht. Denn – das hatte ich bisher noch gar nicht erwähnt – Galicien müsste im Ggs zu Deutschland zeitlich eigentlich eine Stunde zurück liegen. In ganz Portugal, was schließlich nicht weniger westlich situiert ist, ist das so, da Galicien aber zu Spanien gehört wurde die Zeitzone an den Rest Spaniens angepasst. Um viertel nach 7 war heute noch also alles stockdunkel!

Zurück zum Wirbelsturm.

Ich traf mich gestern wieder mit der Luisa – meiner span. Intercambio-Freundin – und das Erste was sie erwähnte war ebenfalls der Ciclón und dass die Kinder heute alle schulfrei bekommen hätten. Ich machte mir wirklich Sorgen irgendwann tagsüber wegzufliegen. Mit dem wind natürlich - schwer bin ich schließlich nicht! Meien zweite Überlegung war einfach den Tag über mit zwei 5-liter Gefäßen voll Wasser rumzulaufen. Die gibt’s hier ja überall zu kaufen. Naja, alles erübrigte sich, als ich wie erwähnt heute Nacht geweckt wurde. Ich muss zugeben ich hatte Angst. Ich glaube so einen Sturm hat noch niemand von Euch erlebt. Zumindest nicht in Deutschland…Alles klapperte, die Dachbalken knarrten (ich wohne ja im Dach) und da die Anne, bi der ich zur Zeit noch wohne, erst irgendwann heute Abend wiederkommen wird konnte ich auch niemanden bezüglich der Stabilität spanischer Gebäude befragen…Im Endeffekt habe ich alles gut überstanden und mir heute morgen die Verwüstungsbilder in den Nachrichten angeschaut. Ich glaube Tote gibt es kaum. Qué suerte!

Gut geht es mit dennoch nicht – ich glaube ich bin krank. Fühle mich völlig schlapp und fiebrig und so…tja, dass muss ich hier wohl überstehen. Zum Glück bin ich ab heute Abend ja nicht mehr alleine. Es reicht auch – ich hasse alleine wohnen!!!

Und am Samstag kommt meine schottische neue Mitbewohnerin an, vielleicht kann ich dann mit ihr direkt umziehen.

*Also Jules: wenn du mich in Santiago besuchst kannst du sogar weiterhin englisch reden…wenn das kein überzeugender Grund ist…?*

Habe mir übrigens mit der Luisa gestern „Salvador“ angeschaut, mit Daniel Brühl in der Hauptrolle. Der Film war sehr gut und für mich sinnvoll, denn er zeigte eine wahre Geschichte die sich in Catalunien um 1973/74 ,noch während des Franco-Regimes, abspielte. Ziemlich grausam, aber empfehlenswert! Schaut ihn euch an, wenn er läuft.

Ich werde demnächst mal versuchen ein paar neue Fotos hier ins Blog zu stellen, von den Mädels mit denen ich viel unternehme. Vielleicht klappt ja sogar.

Ganz liebe Grüße, H.

21.9.06 18:19


La vida nocturna en españa

Buenas tardes amigos,

ich sitze mal wieder in meinem Lieblingscafe dem Terra Nova, d-h Lieblingscafe insofern, als ich hier sehr sehr oft bin und immer super das Internet nutzen kann.

Also das Weggehen tagsueber wird mir in Deutschland wirklich fehlen. die Spanier sind tatsaechlich sehr haeufig im Cafe oder in Bars. Man trinkt halt zu jedem Anlass einen Kaffee. Egal wo, egal wann. Und mann kann fast alles fuer ca. 1 Euro erhalten. Fuer mich als Deutsche wunderbar, fuer die Spanier wohl genauso teuer, wenn nicht teurer, wie fuer uns in deutschland. Ehrlich gesagt frage ich mich, woher die Españoles das Geld nehmen so viel wegzugehen. ich habe mich letzte Woche mit der Luisa - meine span. Intercambio-Bekannte - darueber unterhalten, sie hat mehrere Jahre in Deutschland gelebt und meinte Essen und trinken gehen sei hier ungefaehr halb so teuer wie in Dtld., aber die Spanier verdienen viel weniger als die Haelfte. Von daher muss es fuer sie eigentlich sehr teuer sein. Aber es ist einfach die Mentalitaet.

Man setzt hier einfach andere Prioritaeten.

Letzes "fin de semana" (Wochenende) habe ich das span. Nchtleben zum ersten Mal hautnah erlebt.

Also: man trifft sich hier erstmal so gegen 21:00h oder spaeter und geht was essen. Muss nicht sein, ist aber sinnvoll. In mehreren Tapas-Bars (sehr empfehlenswert!!!) oder halt in einer Bar. Igual.

Danach geht man in eine Bar. sie fuellt sich nicht vor 24:00h. Die vollste Zeit in den Bars ist dann zwischen 1 und 4:30h, danch wird sie innerhalb von einer halben Stunde nahezu voellig leer, denn dann geht man in die Disco!

Ja, es ist wirklich so. Habe mir sagen lassen, dass einige Diskotheken hier gar nicht vo vier Uhr in der Fruehe oeffnen!!!! Und ich habe es bei einem Club selbst gemerkt. Wir sind um eins nachts davorgestanden und es war ueberhaupt nichts los. Total tote Hose. Tja - viva España.

Ich bin letzten Samstag dann nicht mehr in die disco gegangen, weil die meisten in der Neustadt sind und diese doch relativ weit von mir entfernt. Die Discos in der Altsdtadt muss ich noch ausfindig machen.

Naja, letzten Endes geht mann dann um 6 oder 7 in der Fruehe heim...ich bin so um 5 daheim gewesen - fuer meine Verhealtnisse auch sehr lang. War aber wirklich schoen.

Heute musste ich in meinem Spanischkurs eine muedl. Repraesentation halten. Ich war wahnsinnig aufgeregt, habe es dann aber recht gut gemeistert - meine Dozentin war jedenfalls zufrieden. Thema war - natuerlich politsch, muss mich ja schon mal auf mein Studium einstimmen - eine riesige Demonstration, die gestern mitten in Santiago stattfand gegen die "incendios forestales" , Waldbraende und gegen die Zapatero - Regierung, die angeblich zu wenig gegen die Brandstifter vorgeht. ¡Muy interesante!

Adios y hasta pronto,

 Hannah

 

 

 

 

 

18.9.06 20:02


La lluvia - der Regen

Buenas días queridos amigos,

mittlerweile bin auch ich Zeuge des starken Regens hier geworden...tja Santiago ist klimamäßig für wahr nicht das, was sich manch einer von Euch unter spanischer Wärme vorstellt.Man könnte die Stadt hier auch Hispero-England nennen. :-)

Und daher lasst euch gesagt sein, dass das wichtigste Assesoire hier ein "paraguas", also Regenschirm ist. Momentan scheint zwar die Sonne, aber so schön warm wie in den ersten Tagen ist es nicht mehr.

Gestern habe ich mich mit 6 anderen sehr lieben Mädels hier getroffen und wir haben bei der Sarah (sie wohnt in der Altstadt in einer sehr schönen Wohnung) gekocht und sind anschließend noch was weggegangen...Da mein Sprachkurs immer erst um 12:30 anfängt kann ich mir lange Abende und kurze Nächte also leisten. Die Gemeinschaft mit den anderen muntert mich sehr auf und man kann sich von den gleichen Problemen (bezügliche Heimweh, Problem mit der span. Sprache, etc. berichten, ich bin also nicht die Einzige, der es so geht. Aber ich wäre so zwischendurch schon ganz gern mal wieder in good old Germany. Muss mich wohl nch etwas eingewöhnen.

Heute Abend treffe ich mich das erste Mal mit einer "intercambio" Partnerin, d.h. einem spanischen Mädel, die von mir deutsch lernen möchte und ich von ihr spanisch. Bin gespannt, sie klang per Eail super nett und hilfsbereit.

Bis dahin alles Liebe an Euch, bald gibt es wieder die neuesten Informationen aus dem Süden (zumindest von Euch allen aus gesehen)

Hannah

15.9.06 10:22


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